Ist für Mitteilungen im Rahmen der Kundenwerbung eine Zustimmung (Opt-in) erforderlich, um die DSGVO einzuhalten?

Die DSGVO sieht keine Änderungen bezüglich der Zulässigkeit von Kundenwerbung vor. Wie von der französischen Datenschutzbehörde CNIL präzisiert, ist die Kundenwerbung ohne vorheriges Opt-in in manchen Fällen zu B2B- und B2C-Zwecken erlaubt. 

In B2B-Mitteilungen (an Unternehmen) ist es möglich, mit individuellen geschäftlichen Adressen (z. B.: marie@company.com) Kundenwerbung zu betreiben, ohne die Zustimmung einzuholen, sofern:

  • die Mitteilung einen Bezug zur beruflichen Funktion des Empfängers hat 
  • der Empfänger die Mitteilungen mühelos durch einen Abmeldelink in der E-Mail abbestellen kann

In B2C-Mitteilungen (an Verbraucher) ist der Versand von Werbemitteilungen ohne Zustimmung erlaubt, sofern:

  • der Empfänger bereits Kunde ist
  • die Mitteilung ähnliche Produkte oder Dienstleistungen betrifft wie jene, die vom Empfänger zuvor bereits gekauft wurden
  • der Empfänger die Mitteilungen mühelos durch einen Abmeldelink in der E-Mail abbestellen kann

Die vorstehenden Fälle gelten als Ausnahmen. In allen anderen Fällen ist die Zustimmung (Opt-in) für Mitteilungen im Rahmen der Kundenwerbung zwingend erforderlich.

Gut zu wissen: In diesem Artikel geht es um einen juristischen Gesichtspunkt der DSGVO, der von der Datenschutzrichtlinie für elektronische Kommunikation (2002) festgelegt wurde. Zur Wahrung einer guten Senderreputation – und somit einer guten E-Mail-Zustellbarkeit – empfehlen wir, vor dem Versand von Mitteilungen zur Kundenwerbung die Zustimmung der Empfänger einzuholen.